Literatur & Presse| Gegen Teamsorgen

 
   

Als Helfer gegen Teamsorgen und Abteilungszwist
kommt Unternehmenstheater in Mode

 

... Unternehmenstheater im engeren Sinne liegt vor, wenn sich das Stück mit betrieblichen Inhalten befasst und auf ein konkretes Problem rekurriert, ferner wenn der Inszenierung. eine saubere Recherche zum jeweiligen Thema voran geht und mit professionellen Schauspielern gearbeitet wird", sagt Georg Schreyögg. Wichtig seien zudem Workshops, in denen verschiedene Wege der Konfliktbewältigung diskutiert würden.

Mit solchen Diskussionen sollen Unternehmen verhindern, dass die Inszenierung als bloßes Schauspiel missverstanden wird und wirkungslos verpufft. Alternativ eignen sich Fragebogenaktionen: Damit bewerten Angestellte Lerneffekte selbst. …

Andere Thesen Schreyöggs stoßen dagegen auf Widerspruch. Dass zum Unternehmenstheater unbedingt professionelle Schauspieler gehören, glaubt etwa Christian Hoffmann von "SpielPlan" nur bedingt. Seit 1993 bietet der Theaterpädagoge, Trainer und Regisseur gemeinsam mit anderen Fachkräften "bedarfsorientierten Theatereinsatz". Er sieht den Nutzen des Unternehmenstheaters darin, im Spielraum der Bühne auszuprobieren, was dann im Arbeitsalltag angewandt werden kann. Zu den frühen Kunden wie Greenpeace oder ,,terre des hommes" haben sich mittlerweile Firmen wie debis, Bosch, Siemens und DaimlerChrysler gesellt.

Für die "inhaltliche Öffnung und Anregung", die sich zum Beispiel eine europäische Schmuckfirma als Kick-Off ihres Jahrestreffens zum Thema "Präsentation als Erlebnis" gewünscht hätte, konzipierte Hoffmann ein Theaterstück zum Auftakt der Veranstaltung. "Präsentation als Desaster" hieß der vieldeutige Titel. Einige der Angestellten reisten früher an und bildeten ein "Firmenensemble auf Zeit". Die Mitglieder bekamen zunächst ein schauspielerisches Grundtraining, anschließend bearbeitete Hoffmann ihre eigenen Ängste und Erfahrungen bei der Schmuckpräsentation.

"Beim Spiel der Mitarbeiterinnen geht es weniger um künstlerische Perfektion, sondern vielmehr um ein Höchstmaß an Identifikation des Publikums, also der eigenen Kolleginnen, mit dem Bühnengeschehen, meint Hoffmann. Die Zuschauer bekamen die Möglichkeit, das Bühnengeschehen zu unterbrechen, ihm eine andere Richtung zu geben oder ihre eigenen Erfahrungen einzubauen. Das Publikum spielte in dieser offenen Probe die Rolle der Regie. "Diese Strategie", ist Hoffmann sich sicher, "bringt das Thema und den Konflikt näher. Im Umgang mit dem Kunden geht es ja um die. Einfühlung." Und wer könnte das besser leisten als jene Menschen, die direkt davon betroffen sind?

 

Aus: Berliner Morgenpost 11.02.02, Seite S 1, Autor: Christiane Meixner

 

 
 
  Kommunikation - Innovation - Konfliktlösung  

 

 

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Unternehmenstheater